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Rio Douro Kanutour Juli/August 2018

250km auf dem Rio Douro, von
Lagoaça nach Porto.

2 Mann und 90kg Gepäck auf einer Sportlichen-Genuss-Tour.
 
Nach unsere Tour im Sommer 2012 folgte dieses Jahr die zweite Befahrung.
Ziel 2018: Die maximal mögliche Strecke auf dem Douro zu paddeln. Hindernisse auf der Strecke: Ein Staudamm und 5 Schleusen. Aufgrund unüberwindbarer Dämme im Naturpark ist der Douro nicht durchgängig paddelbar.


Anreise: Flug FR 3671 brachte uns
von Bremen nach Porto. Nach der
Ankunft um 18:00 fuhren wir mit der Metro zum Hotel am Bahnhof Campanha. Am darauffolgenden Tag mit der Bahn (Linha do Douro) nach Pocinho und weiter mit dem Taxi zur Einsetzstelle.

Karte der Douro-Kanu-Tour 2018
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Geplant war eigentlich morgens um 9:15 mit der Bahn nach Pocinho zu fahren. Das klappte nicht, da der Laden in dem ich Gaskartuschen kaufen wollte, verspätet öffnete. Also setzen wir uns einige Stunden in ein Straßencafe und warteten auf die nächste Bahn um 13:15. Zwischenzeitlich fiel die Anzeigentafel am Bahnhof aus und wir bekamen nicht mit, das die Bahn nach Pocinho von einem anderen Gleis abfuhr, somit verpassten wir auch diese Bahn und nahmen letztendlich die um 15:15.
Ein Bahnticket kostet 12,65 €.



Entlang dem Douro auf der Strecke nach Pocinho. Die Fahrt mit der Diesel-Bahn dauert 3,5 - 4 Std. 
Unsere Planung sah eigentlich vor nachmittags an der Einsetzstelle zu sein, das klappte aufgrund der verspäteten Abfahrt nicht mehr und wir entschlossen uns zu einer spontanen Zwischenübernachtung in Torre de Moncorvo.

Wir genossen die Bahnfahrt und hielten nach möglichen Übernachtungsplätzen Ausschau.
Wilde Plätze zu entdecken ist nicht ganz einfach, der Weinanbau zieht sich bis zum Flussufer runter.


Um 18:30 erreichten wir Pocinho, etwa 6 Std später als geplant. Das einzige Taxi am Bahnhof war schnell besetzt, kam aber nach 15 Min. wieder und brachte uns zum zwischenzeitlich gebuchten Hotel nach Torre de Moncorvo. Vor Ort vereinbarten wir mit dem Taxifahrer uns am kommenden Morgen um 8:30 abzuholen und zur 45km entfernten Einsetzstelle zu bringen. Die Taxifahrt Pocinho - T. d. Moncorvo kostete 19€.

Als wir nach dem leckeren Frühstück zur Eingangstür kamen, war unsere Gepäck schon im Taxi verstaut. Der freundliche Taxifahrer brachte uns innerhalb 50 Min. zur Einsetzstelle (die ich im Okt 2017 erkundete). Die zweite Fahrt kostete 43 €, inklusive Trinkgeld kamen wir also für insgesamt 72 Euro vom Bahnhof Pocinho zur Einsetzstelle bei Lagoaça. Das war für uns völlig OK und der Taxifahrer freute sich über die Tour, an der Einsetzstelle war er auch noch nie ;-)

Die Anfahrt auf dem schmalen Fahrweg in den Canyon war schon ein kleines Abenteuer. Die landschaftliche Szenerie an der Einsetzstelle großartig. Einsamkeit und Zauberwetter wie wir es lieben.

Für den Aufbau ließen wir uns Zeit, die iberische Hitze bremste uns auch etwas aus. 

 Um 11:00 starteten wir, 250km lagen nun vor uns. Die ersten 60km bzw. 2 Paddeltage der Strecke kannten wir nicht. Während unserer Douro-Befahrung 2012 setzen wir in Pocinho ein.

 Blick zurück auf die Einsetzstelle mit Anleger. Etwa 2km flussaufwärts befindet eingebettet in 500m hohe Felswände der höchste Dourodamm. Weiter oberhalb einzusetzen wäre also nicht möglich.

 Eine klasse Paddellandschaft in der Zikaden einen "Wahnsinnslärm" verursachten, so laut waren sie noch nie ;-) Die Zikaden "singen", die Laute werden mit einer Art Trommelorgan erzeugt.

 Die Stromversorgung zum Laden der Akkus/Smartphones übernahmen zwei Solarpanels 21W/28W. Das funktionierte bei der Dauersonne bestens.

 Die hohen Felswände boten an einigen Stellen etwas Schatten für eine kurze Pause. Vor der Sonne schütze ich mich immer mit UV-Festen-T-Shirts, Hut und Sonnenmilch Lichtschutzfaktor 50.

Die Temperaturen lagen bei den obligatorischen 35°C, das sollte sich aber noch ändern!

 Wir paddelten langsam auf den ersten Badestrand mit Biergarten zu, "Praia fluvial da Congida".
Die Korkeiche neigt sich sehr dem Fluss zu, prima Schattenspender.


 Nach einer kurzen Bierpause paddelten wir ein paar Kilometer weiter bis zum Damm "Salto Saucelle". Die erste und längste Portage von 2,7 km stand an.

 Wir setzten kurz vor dem Damm an einer alten Betonrampe aus. Diese war gesperrt und von daher waren wir froh, dass sich weder am Damm, noch irgendwo in der Nähe ein Mensch aufhielt (Freitagnachmittag). Schnell holten wir das Kanu aus dem Wasser und machten uns auf den Weg.

 Heiko trug knapp 30kg in zwei Kanurucksäcken plus 12 Liter Trinkwasser, also etwa 40kg. Respekt...er steigert sich von Jahr zu Jahr :-) Ich nahm wieder 20kg auf den Rücken und zog noch das bepackte Kanu auf dem Bootswagen hinter mir her. Zuerst ging es über eine Schotterpiste steil bergauf und weiter auf der wenig befahrenen Straße über eine weitere Schotterpiste zur Bootsrampe am Douro.
 

 Die lange Portage von 2,7km führte uns zur einer sehr schönen Einsetzstelle. Wir genossen das klare und relativ kühle Wasser und auch die für kurze Zeit ordentliche Strömung.

 Nach nicht einmal einem Kilometer, trafen wir auf die einzige Wildwasserstelle an der Strecke.

 Das sah rechts zuerst relativ harmlos aus (rechts fahren). Die Strömung drückt einen stark in die Uferböschung und es liegen auch einige große Steine im Flussbett.

 Deutlich sicherer geht es links... mit der Machete durchs Gestrüpp eine Strecke zum Paddeln frei schlagen.

 Abends erreichten wir Barca de Alva. Endstation für die Flusskreuzfahrtschiffe aus Porto. Der Ort ist gut von Pocinho aus mit dem Taxi zu erreichen. Wer auf jegliche Portage verzichten möchte, bootet bequem hier ein. Die 5 Dämme flussabwärts bis Porto sind alle mit großen Schleusen versehen.

 Links vom Anleger befindet sich eine Bootsrampe mit einer kurzen steilen Zufahrt zur Hauptstraße.
Es schließt sich ein Freizeitplatz an, etwas weiter hinten wäre es möglich ein Zelt für eine Nacht aufzustellen. Wir entschlossen uns aber kurzfristig im einzigen Hotel des Ortes zu übernachten.
Beleuchtete Straßenbrücke über dem Douro.

 Das Hotel befindet sich direkt oben an der Straße, die Rezeption etwas weiter rechts davon im gleichnamigen Restaurant. Übernachtung im DZ/Frühstück 43.-€

 Die Restaurants im Ort sind nicht so der Hit, es gab "Schuhsohle" mit Pommes, bäh!

 Um 9:00 Uhr morgens starten wir zur nächsten Etappe. Erstes Tagesziel die Schleuse von Pocinho, die Paddelstrecke beträgt 26km. 

 An der Einsetzstelle begrüßte uns morgens ein kleine Wasserschlange.

 Als ich die vielen Flusskreuzfahrtschiffe in Barca de Alva sah, befürchtete ich "schlimmstes" auf der Strecke...aber nix da, es überholte uns nur vormittags eines, danach hatten wir den Fluss wieder für uns alleine, großartig!
 

 Die Weinregion Douro (Alto Douro) ist die älteste Weinbauregion der Welt mit geschützter Herkunftsbezeichnung und gehört zum Unesco Welterbe. Einfach eine wunderschöne ruhige Landschaft!

 Der blaue Himmel über dieser tollen Kulturlandschaft fasziniert mich immer wieder.

 Parallel zum Fluss verläuft die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Pocinho und Barca de Alva. Unterwegs sind auch immer wieder ausgediente Bahnhöfe zu sehen, das sind gute Möglichkeiten zum Biwakieren!

 Die alte Bahntrasse würde sich hervorragend für eine Draisinenfahrt eignen. Vermutlich findet sich dafür in dieser abgelegenen Region aber kein Investor der einen Verleih aufbaut.

 Das Douro-Tal könnte auch Tal der Verzauberung heißen, so groß sind einige der Weingüter. Hier wird der Önotourismus (Weintourismus) immer beliebter.

 Kurz vor Pocinho doch noch ein kleines Touriboot.

 An der Marina vor der Schleuse Pocinho booteten wir aus, weil wir eine längere Pause im Ort einlegen wollten.

 Es folgte die zweite Portage (1,9km). Unser Ziel war das einzige Restaurant im Ort kurz vor der alten Eisenbahnbrücke. 

 Als wir im Restaurant ankamen und ich auf das Thermometer sah, wusste ich warum wir während der Portage einige Pausen einlegten. Mit bis zu 40kg Gepäck bei 39°C im Schatten teilweise bergan zu laufen ist schon eine Herausforderung. Wir tranken erst einmal ein paar Minibierchen, lecker! Leider erhielten wir um die Uhrzeit nichts zu Essen :-/

 Nach der einstündigen Hitzepause machten wir uns bergab zur Einsetzstelle unterhalb der alten Eisenbahnbrücke auf, die war glücklicherweise schnell erreicht.
Wer sich frühzeitig (1 Tag vorher) per Mail zum Schleusen anmeldet kann sich die Portage ersparen.
 

 Um 17:00 paddelten wir weiter um unser 6km entferntes Tagesziel "Foz do Sabor" zu erreichen.
Ein beliebtes Strandbad der Region. Hier auf dem Parkplatz stehen nachts auch ein paar Wohnmobile, noch wird das geduldet. Im Restaurant gibt es nur Snacks.  

 Nach dem alle Tagesgäste verschwunden waren bauten wir unser Zelt auf. Klasse Platz!
Nachts um 3:00 setzten die automatischen Rasensprenger ein. Na toll, Dusche inkl. ;-)
Eine richtige Dusche gibt es im Gebäude am Platz, prima.

 Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir entspannt in den Tag. Ziel ist ein Biwakplatz kurz vor der Schleuse Valeira. 2012 paddelten wir einfach drauf los. 2018 lag ich die ersten drei Paddeletappen  fest, danach planten wir jeweils tags zuvor für die kommenden Strecken weiter.

 Die Flusskreuzfahrtschiffe wurden im laufe der letzten Jahren moderner bzw. kamen ein paar neue dazu.
Was uns aber auffiel, dass sich nur sehr wenige Passagiere auf den Schiffen aufhielten.
Auf dem Wasser ist täglich mit etwa 1-6 großen Schiffen zu rechnen, das hält sich während einer ganztägigen langen Paddeltour also in Grenzen.
 

 Die großen Flusskreuzfahrtschiffe sind 80m lang. Mehr geht nicht, denn die Schleusen sind alle einheitlich 82m lang und ca. 12m breit. Fahrwassertiefe etwa 4m. 

 Die Bahn verkehrt 5-6 mal täglich zwischen Porto und Pocinho.
Ab und zu gönnten wir uns im Schatten am Ufer eine Pause am. Überwiegend tranken wir tagsüber Wasser, vereinzelt Tee und wenn es sich anbot ein Bier und natürlich auch Wein :-).

 Mittagspause an einer Marina. Die portugiesische Küche ist eher einfach, hier schmeckte es aber.

 An einigen Stellen wird es sehr eng im Fluss. Hier besonders auf die Flusskreuzfahrtschiffe achten. Die Wellen der Schiffe stellen aber keine Gefahr da, die sind eher eine willkommene Abwechslung.

 Die Brücken bieten immer wieder mal ein bisschen Schatten, puh.

 Direkt am Fluss und dem Fernwanderweg GR 14 liegt das Ferradosa Weinhaus.
Wir legten ein längere Weinause ein und unterhielten uns eine Zeit mit dem Wirt. Urgemütliches Weinlokal am Douro und ein sehr schöner Abschnitt des GR 14. Der Vinho Branco schmeckte hier einfach saulecker, ich komme wieder :-) Für den Abend nahmen wir noch zwei Flaschen mit :-)

 Etwas angetrunken paddelten wir weiter zum nächsten Biwakplatz in einem Seitenarm kurz vor der Schleuse Valeira.

 Der Platz war perfekt, hier war keiner. Es kam nur ein Hund herbeigelaufen der uns bis zum nächsten Morgen bewachte.

 Per eMail bat ich schon tags zuvor um Schleusenzeiten, das klappte bestens.
Wir wurden zusammen mit einem Ausflugsboot und einer privaten Motoryacht geschleust.

 In der Schleuse machten wir an der Motoryacht fest und der Kapitän bewirtete uns mit Rotwein, also wieder saufen ;-) Die Schleuse hatte es gleich in sich. In etwa 12 Min. ging es 33m abwärts.
Das ist wirklich ein beeindruckendes und spannendes Erlebnis.

 Das ist nichts für Menschen die unter Klaustrophobie leiden :-)
Gut das es die Schleuse Valeira gibt, denn die ist in hohe Berge eingebettet und es besteht keine Portagemöglichkeit. Alle Dämme sind außerdem weiträumig eingezäunt. Umtragen ist aussichtslos!

 Kaum hatten wir die Schleuse verlassen freuten wir uns auf den kommenden sonnigen Paddeltag.

 Kaum lag die eine Schleuse hinter uns, meldete ich uns per Mail bei der Nächsten an,
"Eclusagem Regua".

 Unten auf dem mittleren Foto ist sehr schön zu erkennen, dass sich die Fahrrinne für die Schiffe nicht grundsätzlich in der Flussmitte befindet, sondern teilweise ganz rechts oder links. Flussabwärts sind rechts die roten Tonnen/Pfähle, Backbordseite flussaufwärts gesehen. Das kann insofern für Kanuten gefährlich werden, weil einem in einer engen Kurve plötzlich ein großes Flusskreuzfahrtschiff vor den Bug fahren könnte, wenn einem die Fahrwassertonnen nichts sagen. Von daher ist es sinnvoll an einigen Stellen außerhalb der Fahrrinne zu paddeln.

 Kurz vor Tua schrieb uns ein Freund aus Südportugal an und teilte uns mit, dass in den kommenden Tagen eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 40°C erwartet wird.
Tja...wird mein bisheriger Paddelhitzerekord von 39°C auf dem Rio Alagon und 40°C im Guadiana Naturpark noch getoppt? Ich hoffe nicht...Hölle!

 Auf den Felsen lässt es sich während einer Pause gut sitzen. Den Gaskocher haben wir nur selten in Betrieb genommen, da es bei der Trockenheit ein immenses Risiko darstellt.

 Für mich ist das eine Postkarten - und Bilderbuchlandschaft zum Paddeln. In ein paar Jahren werde ich die Tour sicherlich wiederholen. 

 Pause am Anleger in Tua. Heiko ging in den Ort hoch und versuchte etwas zum Essen aufzutreiben und ein Bierchen ;-)

  Er kam mit belegten Bröchten wieder... Bier :-/

 Die Weinanbaugebiete am Douro sind beeindruckend groß.

 Sie können es nicht lassen auf der iberischen Halbinsel! Erst vor kurzem wurde ein neuer Staudamm eingeweiht der den Wildfluss "Tua" aufstaut. Ein für die Region völlig überflüssiges Projekt wie fast alle sagen. Der Landbevölkerung wird dadurch mehr Tourismus und Wohlstand versprochen, wie zu vergangenen Zeiten des letzten Jahrhunderts, unfassbar.
Die letzten Tage der Tua:
https://riverwatch.eu/de/general/news/die-letzten-tage-der-tua


 Auf dem Weg nach Pinhao...
 

 Pause in Pinhao. Der erste Ort auf der Strecke in dem sich etliche Touris herumtrieben. Prost.

 Wenige Kilometer nach Pinhao begann die Suche nach einem geeigneten Nachtlager.

 Unser Zeltlager befand sich letztendlich am stillgelegten Bahnhof Gouvinhas. 50m weiter befindet sich eine kleine Betonrampe zum Aussteigen. Mit der Machete schlugen wir uns einen Weg zu den Gleisen frei.

 Früh morgens paddelten wir los um pünktlich an der Schleuse Regua zu sein.

 Da wir morgens beim Paddeln richtig gas gaben, kamen wir 90 Min. vor dem vereinbarten Termin an der Schleuse an und setzten uns an der Marina ins Cafe, leider war es noch geschlossen.

 Regeln für Schleusen:  Mit respektvollem Abstand vor dem Schleusentor warten bis das grüne Signal leuchtet. Zeitweise leuchten grün und rot gleichzeitig, das bedeutet noch nicht einfahren. Bei rot generell nicht. Folgendes beachten: Kanus werden nicht mit großen Flusskreuzfahrtschiffen (80m lang) zusammen geschleust, sondern nur mit kleineren Schiffen und Booten. Die Einfahrt in die Schleuse erfolgt nach Bootsgröße, somit paddeln Kanuten immer zuletzt ein!  SUPs werden gar nicht geschleust!
In der Schleuse an den schwarz/gelben Pollern bzw. an kleineren Booten wie Motoryachten festmachen.
Der Schleusenwärter fragt nach dem Namen (i.d.R. auf englisch) um den mit der eMail-Anmeldung abzugleichen. Schleusen ist für Kanuten bisher kostenlos (Stand 2018). Spätestens einen Tag vorher bis 17:00 per eMail zum Schleusen anmelden (unbedingt an die Zeiten halten!). Schleusen für`s WE spätestens freitags. Außerhalb der Hochsaison können die Schleusenzeiten deutlich von den angegebenen Wünschen abweichen, da versucht wird immer mehrere kleine Boote gleichzeitig zu schleusen. Die eMail-Anfragen werden relativ schnell beantwortet, 15 Min bis 2 Std., das kann in der Nebensaison anders sein.

 Schleuse Regua, Hubhöhe 28,5m.

 Die Leute oben auf der Brücke jubelten uns zu als hätten wir soeben einen Kanuwettbewerb gewonnen, ich vermute... die hatten alle großen Respekt vor der Höhe ;-)
Die Lichtverhältnisse sind zum Fotografieren in der tiefen Schleusenkammer ziemlich problematisch, aber die Dimensionen werden etwas deutlich. 

 Kurz nach Regua. Die Kilometertonne zeigt es an, noch 100 bis Porto.

 Nach Regua wurde es wieder schnell sehr einsam. Die Temperaturen näherten sich langsam der 40°C
 

 Etwas verspätetes Mittagessen. Da die Ufer sehr unzugänglich waren und wir auf Anhieb keinen wilden Übernachtungsplatz fanden buchten wir spontan ein Hotel.

 Nach dem Essen hauten wir trotz Bullenhitze kräftig in die Paddel um das Hotel vor Sonnenuntergang zu erreichen.
 
Abends waren wir völlig platt vom Tag. Das Hotel "Quinta Da Ermida" bietet ein fantastisches Ambiente.
Sowohl das Gebäude mit seiner antiken Einrichtung als auch der Blick auf den Fluss. Der Wein schmeckte bei dem Ausblick bestens. Das Frühstück war auch sehr lecker.

 Ganz praktisch, das Hotel besitzt einen eigenen Anleger. 2012 haben wir zufällig in der kleinen Bucht direkt am Hotelstrand wild übernachtet, das fiel uns erst später am Abend auf.

 Nach dem guten Frühstück starteten wir gestärkt in den Tag und paddelten auf die nächste Schleuse zu.
travelkai beim Smartphone-Daddeln ;-)

 Cool...erstmals mit Rückenwind, es ging schnell voran.

 Da lag sie nun vor uns. Eclusagem Carrapatela, mit 35m Hub die höchste Schleuse am Douro und mit der zweithöchsten Fallhöhe Europas. (Am Dnepr in der Ukraine gibt es noch eine mit 36m)
1972 wurde die Schleuse in Betrieb genommen. Sie sieht erst einmal so unscheinbar aus.

 Wir waren wieder frühzeitig vor Ort und legten eine Mittagspause am Strand ein.

 Nachdem ein paar mittelgroße Flusskreuzfahrtschiffe in der Schleuse waren paddelten wir ein.
 

 Diesmal wurden wir alleine geschleust. Das war ganz beeindruckend in der großen Schleuse.

Eclusagem Carrapatela, 35m Fallhöhe.

Nach der Schleuse paddelten wir wieder durch die ruhige und einsame Landschaft.
 

Mittlerweile hat uns die Hitzewelle erreicht, die Luft stand und unser Flüssigkeitsbedarf stieg weiter an.  
 

Na dann...Prost

Der Hitzehöhepunkt war nun erreicht, 41°C im Schatten habe ich beim Paddeln
auch noch nicht erleben dürfen. Tja...es war heiß ;-)

Hier am Badestrand steppte der Bär. Kurze Mittagspause und weiter...
 

Hinter einer Flussinsel entdeckten wir eine beschattete Liegewiese, ideal zum Übernachten.

Wir nähern uns Porto.

Die letzte Nacht vor Porto verbrachten wir auf dem Campingplatz "Medas". Wenige Kilometer vor der letzten Schleuse "Crestuma Lever". Der Campingplatz liegt direkt am Fluss und wird stark frequentiert.

An der von Porto aus gesehen 1ten Schleuse "Crestuma Lever" (Hubhöhe 12,5m) trugen wir um. Wir meldeten uns verspätet zum Schleusen an. Eine Portage (1,2km) ist auf der rechten Seite möglich. Die Böschung hoch und über die Straße am Damm vorbei, ein kleines Stück weiter links den Fahrweg abwärts zum Douro.  
Als wir in Porto ankamen war es von der Hitze extrem diesig, knapp 40°C. Die Hitzewelle hatte die Stadt und uns im Griff. Wir paddelten wie 2012 direkt an die Steintreppe in der Altstadt und mussten uns auch nicht mit extremen Kabbelwasser herumquälen, es war wenig Bootsbetrieb.

Wir zerlegten das Kanu und verstauten auch das andere Equipment ordentlich in den Kanurucksäcken, da wir noch 1km zum spontan gebuchten Hotel laufen mussten und das war bei der Bullenhitze kein Vergnügen.

Nach 250km am Ziel.
Wir setzten uns gleich oben an der Promenade in ein Restaurant und genossen ein Bier.

Wir benötigten 8 Paddeltage für die Gesamtstrecke, das war bei den Temperaturen recht sportlich, aber machbar. Wir hatten tagsüber ausreichend Zeit um Pausen in einem Restaurant oder Cafe einzulegen.
Unseren Reservetag verbrachten wir in Porto und stiegen am darauffolgenden Tag abends in den Flieger nach Bremen.


Fazit:  Das war eine wunderschöne und erlebnisreiche Paddeltour, die uns aufgrund unserer Vorerfahrungen und der längeren Strecke gegenüber der Dourotour 2012 noch besser gefiel.

Zu den Temperaturen im Hochsommer: Ja...es ist sehr heiß. Zum Schluss erwischte uns sogar noch eine Hitzewelle. Ich paddle mittlerweile seit Jahren Gepäcktouren auf der iberischen Halbinsel im Hochsommer und werde das in Zukunft auch fortführen. Blauer Himmel, Sonne, Wärme morgens und abends empfinde ich als extrem angenehm und das trägt alles zu einer großen Zufriedenheit der Reise bei. Wenn wir am Ende des Tages draußen sitzen oder durch warmes Flusswasser treideln ist das einfach klasse. Vor der Hitze schütze ich mich durch eine gute Kopfbedeckung (die ich nie ablege!), Kleidung, Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor etc., ein nasses T-Shirt macht das Paddeln auch deutlich angenehmer. Kälte oder Regen brauche ich zu keinem Zeitpunkt einer Kanutour, von daher bleibt zum Paddeln nur der Hochsommer in Nordportugal.
Portagen an den Staudämmen:  Das ist bei hohen Temperaturen eine echte Herausforderung. Häufig geht es über Pfade, Schotterwege oder unwegsames Gelände bergauf zu einer Piste oder Straße und z.T. etliche Kilometer wieder zur Einsetzstelle unterhalb des Damms. Ich empfehle dazu einen Rucksack mit Beckengurt und einen guten Bootswagen (möglichst ohne Luftreifen, die platzen oder verformen sich bei der Hitze). Ich habe meinen Eckla-Kanuwagen nach einigen Pannen mittlerweile modifiziert. Während der Portagen ist es wichtig langsam und gleichmäßig zu gehen, Pausen einzulegen, viel Wasser zu trinken und jeden Biergarten mitzunehmen ;-) dann ist das zu schaffen!