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Paddel-Kanu-Tour "Douro" August 2012
Nord-Portugal, von der spanischen Grenze zum Atlantik.
200km im Kanu von Pocinho nach Porto.

Die Seite wurde im September 2017 aktualisiert.
Die Anreise: Flug FR 3671 brachte uns von Bremen nach Porto. Mit der Metro (2,30€) fuhren wir zum Hauptbahnhof "Campanha". Nach einiger Wartezeit (die wir zum Einkauf von Gaskartuschen etc. nuzten) stiegen wir um 13h30 in die Bahn nach Pocinho, Fahrpreis 12,90€. Vom Bahnhof aus sahen wir eine Einsetzstelle am Fluss die wir über eine Straße und Sandpiste erreichten. Die Sonne knallte erbarmungslos und der Weg zog sich über eine Strecke von ca. 2,5km hin... pro Person 40kg Gepäck bei über 35°C im Schatten sind kein Vergnügen. In Pocinho gibt es zwei kleine Restaurants, wir bekamen dort ein trockenes Käsebrötchen und Cappu. Ein Lebensmittelgeschäft fanden wir nicht. Am Flussufer suchten wir uns einen Übernachtungsplatz und am frühen Morgen starteten wir ohne uns mit Lebensmittel eingedeckt zu haben. Nach einigen Paddelkilometern erreichten wir einen von 2 Camping-Plätzen auf der Gesamtstrecke. Dort frühstückten wir erst mal... ;-) Der Campingplatz ist sehr schön direkt am Fluss gelegen und der Besitzer erklärte uns für verrückt bei der Hitze bis Porto paddeln zu wollen... ja es war wirklich heiß, aber mit dem gewässerten Basecap auf dem Kopf ging es dann los... die Landschaft entschädigte uns schnellstens und die Hitze störte uns zunehmend weniger. Abends am Flussufer war es bei der Wärme richtig klasse, erinnere mich an genügend Paddelreisen in Skandinavien wo es häufig ganz anders war... und unter irgendwelchen Stechbiesterqualen litten wir auch nicht :-) 
 
 
 
Die 3,5 stündige Bahnfahrt von Porto nach Pocinho entlang dem "Douro" war sensationell schön. Bei Ankunft 37° im Schatten, puh! :-)
Auf dem grünen Wasser vorbei an dieser fantastischen Felslandschaft zu paddeln war wirklich ein Erlebnis. Der Fluss erschien uns sehr sauber, Industrie sahen wir keine und bis auf den Weinanbau ist die Uferregion wenig bewirtschaftet. Klares Wasser und sehr fischreich wie ich es bisher kaum sah. Die Uferregion wurde von unzähligen Graureihern bewohnt. Baden im warmen Flusswasser das reinste Vergnügen.
Die 5 Schleusen auf dem Unter-"Douro":
 Die größte Schleuse mit dem höchsten Hub Europas ist die "Carrapatelo-Schleuse", mit 35m Pumphöhe. Die anderen Schleusen sind unwesentlich niedriger, bis auf die Letzte vor Porto, "nur" 12,50m. Was für ein Erlebnis im Kanu, spannend!!! Schon der Blick von oben in die Schleuse ist beeindruckend. Für Menschen mit schwachen Nerven ist das wohl eher nichts ;-) Achtung:  An den Schleusen gibt es keine Umtragemöglickeiten, die Bauwerke sind eingezäunt bzw. stehen vorher natürliche Hindernisse im Weg, wie Felswände etc. Schleusen am Douro:  
Richtig wäre sich einen Tag vorher zum Schleusen telefonisch (auf portugiesisch) anzumelden. Weitere Möglichkeit: Auf Motorboote oder kleine Flusskreuzfahrtschiffe warten und hoffen mit geschleust zu werden. An der letzten Schleuse vor Porto ist an der rechten Seite über die Straße, 1km, eine Umtragemöglichkeit, Bootswagen notw.
 
...und immer wieder vorbei an der wunderschönen Felslandschaft.  Flusskreuzfahrtschiffe und Motorboote begegneten uns zwar täglich, hielten sich in ihrer Anzahl aber in Grenzen.
Der Fischreichtum im Fluss überraschte uns sehr, ganze Schwärme umkreisten das Kanu. Einzelne Fische sprangen vor uns aus dem Wasser.
Übernachtungsmöglichkeiten: Geeignete Stellflächen am Ufer sind sehr rar und schwer ausfindig zu machen, also frühzeitig danach Ausschau halten.

An der Strecke befinden sich einige Restaurants und Cafes in denen wir preiswert Essen konnten. Vereinzelt klappte unser Timing nicht und es gab Bier und Kaubonbons zum Abendbrot ;-) Zum Einkaufen und Kochen waren wir wenig motiviert, die Hitze ließ uns nur die Kraft zum Paddeln ;-)
Unten: Der morgendliche Cafe... war noch nicht wach... zum Glück war auch der grüne Tee schon in der Thermoskanne bereitet.
 
Die letzte Nacht vor Porto verbrachten wir auf einem C-Platz. Wie unschwer zu erkennen ist, endlich eine ausgewogene Mahlzeit ;-)
 
Durch Porto zu paddeln war ein großartiger Moment. Die alten Brücken zu unterqueren äußerst beeindruckend und die Altstadt ist ein fantastischer Anblick. Respekt vor dem Kabbelwasser das durch diverse Schiffe und eine vom Atlantik herein rollende Dünung entsteht.
Auf der Suche nach einer Aussetzstelle wurden wir nach der letzten alten Brücke auf der rechten Seite fündig.
Unsere Aussetzstelle: Der perfekte Platz unterhalb der Promenade. Es war Sonntag und oben auf dem Flohmarkt ein reger Betrieb. Nachdem wir gemütlich zusammen gepackt hatten, setzen wir uns in ein Cafe und genossen das tolle Ambiente der Altstadt.

Größere Kartenansicht 

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Kanu Tour "Douro" Fazit und Tipps:
Landschaftlich eine absolut lohnende Paddelstrecke. Wenig Tourismus und einige gute preiswerte Einkehrmöglichkeiten um sich zu versorgen. Es gibt vom "Douro" eine kleine Flusskarte in der Häfen, Restaurants usw. verzeichnet sind, ganz praktisch! Schwieriger war die Suche nach Übernachtungsplätzen, frühzeitig die Ufer nach Möglichkeiten absuchen. Ab dem späten Vormittag baute sich eine starke Thermik über dem Wasser auf, größtenteils paddelten wir gegen den Wind (3-4 in Böen 5 Bft.), der sich perfekt durch das Flusstal gegen uns stempte. Das Schleusen kann aufhalten, einmal kamen wir um 16h00 an einer Schleuse an und wären erst am kommenden Tag um 12h15 geschleust worden, das war uns zu spät. Wir trugen alles an einer sehr waghalsigen und gefährlichen Stelle um. Dies war nur möglich weil uns ein Schleusentechniker über das Gelände ließ und die Tore öffnete (eine Ausnahme wie er uns versicherte) 1km hinter der Schleuse setzen wir das Kanu wieder ein. Das war aber kein Vergnügen, 50m Höhenmeter sehr steil bergab über loses Gestein und rutschige Felsplatten. Großen Respekt hatte ich vor der Leistung meines Paddelpartners Heiko, der sich 3 Monate zuvor die Achillessehne abriss und den Knöchel brach und trotzdem das alles mit mir zusammen schaffte. "Das Paddelerlebnis und die Region haben ihn für die Strapazen der riskanten Schlepperei entschädigt"... wie er sagt. 

Nach einem leckeren Bier an Portos Promenade schlugen wir uns mit 80kg Gepäck durch die Altstadt zum Bahnhof "Sao Bento", von dort mit der Metro zurück zum Hotel am Airport. Der Flieger startete am kommenden Tag morgens um 9h15
Was für ein Natur -und Paddelspaß auf dem "Douro", mal sehen was mir für den kommenden Sommer so einfällt.