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Kanu-Touren auf der iberischen Halbinsel
Infos aktualisiert 06/2018 , alle Angaben ohne Gewähr.

Kanutouren in Spanien, was zu beachten ist:

Wasser in Spanien ist knapp, daher besteht seit 1926 ein Ressourcenmanagement durch die einzelnen Wasserbehörden der Regionen.
Für alle Binnengewässer (Flüsse und Stauseen) in Spanien muss ein Antrag zur Befahrung gestellt werden. Der Antrag wird i.d.R. auf dem Postweg an die jeweils zuständige Wasserbehörde gesendet (frühzeitig, 8-12 Wochen vorher, nicht per eMail oder Fax! Für den Ebro ist auch ein online-Antrag möglich. Die Kosten dafür betragen mindestens 30 Euro (Ebro war bisher kostenfrei). Das ist unumgänglich, da mit hohen Strafen gerechnet werden muss. (Kontrolliert wurde ich bisher allerdings noch nicht).
 In einigen Naturschutzgebieten ist das Paddeln ganz untersagt oder frühestens ab dem 01.August des Jahres erlaubt (Vogelbrut), das betrifft vor allem den Rio Alagon und Rio Tajo. Es ist nicht möglich den Rio Tajo durchgängig zu bepaddeln, es besteht auf einigen kurzen Abschnitten ein ganzjähriges Kanuverbot! Bei einer langanhaltenden Trockenperiode besteht im oberen Flussbereich die Gefahr, das der Fluss zu wenig Wasser zum Paddeln führt, das trifft auch auf weitere Flüsse zu. Die Flussabschnitte direkt nach den Staudämmen, sind häufig auf Grund von Wassermangel oder anderen natürlichen Gegebenheiten (z.B. verblockt) nicht fahrbar.
 Für den Ebro besteht noch eine zusätzliche Vorschrift, alle Boote müssen vor dem Einsetzen (Portagen an den Dämmen) speziell gereinigt werden, damit eine Wandermuschel nicht weiter verbreitet wird. Das geschieht z.T. an ausgewiesenen Desinfektionspunkten, zugegebenermaßen fielen die uns 2013 nicht auf.

Eine weitere Option an eine Befahrungserlaubnis zu kommen, wäre die Mitgliedschaft in einem regionalen spanischen Kanuverband, z.B. dem FCMP (Federación Castellano-Manchega de Piragüismo)
http://www.fcmp.es/    
Es ist möglich sich per eMail anzumelden. Dazu muss ein Antrag mit den persönlichen Daten ausgefüllt, der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr im Voraus überwiesen werden und ein eingescanntes  Passfoto für den Mitgliedsausweis versendet werden.
Der Jahresbeitrag liegt bei etwa 35 Euro. Die Genehmigungen für den Rio Tajo, Rio Guadiana und Rio Duero inkl. sämtlicher Nebenflüsse versendet der Verband dann automatisch mit der Bestätigung der Mitgliedschaft jährlich.

Auf den Binnengewässern benötigen Kanus/Boote unter 2,50m Länge i.d.R. keine Genehmigung!

Spanische Wasserbehörden/Allgemeine Infos:

http://www.mapama.gob.es/es/ministerio/funciones-estructura/organizacion-organismos/organismos-publicos/confederaciones-hidrograficas/

Hier gibt es konkrete Informationen und Antragsformulare:
Die beziehen sich jeweils auf den Hauptfluss einschließlich Einzugsgebiet/Nebenflüsse
.
http://www.kayakspainguide.com/permisos-2/

Die Anträge wirken auf den ersten Blick sehr komplex, sind aber nicht wirklich umfangreich. Voraussetzung für eine Genehmigung ist z.T. eine Haftpflichtversicherung
die das Kanu einbezieht, i.d.R. die Privathaftpflicht (es reicht die Vers.Nr. einzutragen), Angabe des Streckenabschnitts/Stauseen und den Zeitraum, sowie persönliche Angaben.

Auf dieser website werden differenzierte und aktuelle Zahlen zu den einzelnen Dämmen und
Flüssen eingestellt: https://www.embalses.net/ (Interessant vor allem die Füllstände)

Kanutouren in Portugal
 

Es wird keine Befahrungserlaubnis für Flüsse oder Seen benötigt!
Wasserstände portugiesischer Stauseen:
http://sir.dgadr.gov.pt/reservas

Für den Rio Douro ist folgendes zu beachten:
Der Rio Douro ist von der spanischen Grenze (Barca de Alva) bis zur Mündung in Porto am Atlantik durch 5 Dämme/Schleusen aufgestaut. Es ist für Kanuten möglich kostenfrei zu schleusen, aber das muss einen Tag vorher bis 17:00 (Für Sa + So spätestens freitags) per eMail angemeldet werden! Jede Schleuse einzeln oder es wird ein genauer Schleusenplan (Einfahrtstage und Zeiten) für mehrere Tage versendet.
In der Mail (auf englisch oder portugiesisch) müssen folgende Angaben mitgeteilt werden: Typ: -Kanu (Canoa), -welche Schleuse, -Einfahrtszeit, -Bootslänge und Breite, -Personenzahl, -Name. Mail an: suporte.ris@apdl.pt
Die Zeiten werden geprüft anhand der Möglichkeiten und eine Uhrzeit festgelegt, somit kann die gewünschte Zeit u.U. nicht eingehalten werden (Kanus werden nicht zusammen mit großen Flusskreuzfahrtschiffen geschleust)! Die Antwort bzw. Bestätigung erfolgt per Mail.
Wer zu spät kommt hat Pech und muss um neue Schleusenzeiten per Mail für den kommenden Tag BITTEN!
Haltet die vorgegebenen Zeiten ein, der Schiffsverkehr durch den Tourismus auf dem Douro nimmt stetig zu, das erfordert genaue Planungsarbeit und es erfreut die Schleusenmanager wenig wenn das angemeldete Kanu nicht erscheint!
Irgendwann werden dann Gebühren für das Schleusen erhoben die vorab gezahlt werden müssen, das wäre ärgerlich!

Zusatzinfo: stand up boards werden nicht geschleust!
(Info von Hartmut S., der mit einem SUP im Mai 2018 auf dem Rio Douro unterwegs war)


An den Staudämmen auf der iberischen Halbinsel:

Das Ein -und Ausbooten in unmittelbarer Nähe von Dämmen ist in Spanien und Portugal aus Sicherheitsgründen untersagt! Bei starkem Wasserablass kann es gefährlich werden. Dort stehen auch Verbotsschilder die eindeutig sind! Das Ausbooten ist meistens noch an einer nahegelegenen Zufahrt für Bootstrailer möglich.
Unterhalb von Dämmen ist es z.T. durch steile Abstiege über unwegsames Gelände auch unmöglich einzusetzen. Bei einer längeren Gepäcktour einplanen, das Portagen von z.T. mehreren Kilometern (1-5 und mehr Kilometern) entstehen. An einigen Dämmen (Z.B. im Douro-Naturpark, eingebettet in sehr hohe Felswände), sind Portagen gar nicht möglich! Das Umtragen kann sehr anstrengend werden, z.T. geht es über Schotterpisten oder Pfade bergauf. Wir haben damit in der Vergangenheit Erfahrungen bei 35-39°C im Schatten sammeln dürfen. Das empfehle ich nur körperlich topfitten Menschen.

Allgemeines/Übernachten/Infrastruktur

In der Natur wild zu übernachten ist in Portugal und Spanien untersagt. In Portugal scheint es außerhalb der Touristengebiete für eine Nacht schon eher mal geduldet zu werden. In Spanien würde ich nur in nicht einsehbaren Ecken wild übernachten, wenn überhaupt (hohe Strafen!). Offenes Feuer sollte bei der extremen Brandgefahr grundsätzlich unterlassen werden! Generell ist die Infrastruktur für Kanuten auf den Binnengewässern der iberischen Halbinsel mangelhaft, bzw. gar nicht vorhanden. Campingplätze sind an
den Flüssen und Stauseen nur vereinzelt anzutreffen; eine Gepäcktour muss also gut geplant werden. Biwakplätze fand ich bisher nur am Rio Zezere in Portugal. Ausgewiesene Umsetzmöglichkeiten an den vielen Staudämmen sind überhaupt nicht vorhanden. Es muss insgesamt während einer Gepäcktour viel improvisiert werden. 
 

Für weitere Fragen stehe ich gerne per Mail zur Verfügung.
Sehr interessiert bin ich auch an Euren Kanu-Erfahrungen:

Wer auf der iberischen Halbinsel mit dem Kanu unterwegs war, darf mir gerne davon berichten.
Ich stelle interessante Infos/Erlebnisse gerne in meine Website ein.
Beispiele/eMails die ich erhielt:
Micha B. aus der Schweiz schrieb mir im Frühsommer 2016:
Trotz Aufforderung der Parkwächter, das Befahrungsverbot im Naturpark Tajo vom 1.1.-31.07. einzuhalten, setzte er das Kanu an anderer Stelle wieder ein und wurde dabei ertappt. Daraufhin musste er eine dreistellige Strafgebühr zahlen! Weiterhin musste er die Tour unterbrechen, weil sich eine giftige Wasserschlange über sein Stechpaddel ins Kanu schlängelte und ihn dann sofort biss. Die Tour unterbrach er mit einem Krankenhausaufenthalt.
M.G. aus Mainz schrieb mir im September 2015:
Die Strecke auf dem Guadiana zwischen Merida und Badajoz ist total verkrautet und zugewachsen und somit kaum paddelbar.
Frank W. schrieb mir im Juni 2018,
das er die Tour Rio Genil (Nebenfluss Guadalquivir) aufgrund umgestürzter Bäume und viel Schlamm durch vorangegangener Regenfälle abbrach.
 

Gepäck-Touren in Portugal und Spanien
Es folgen 2019 weitere Kanutouren auf der iberischen Halbinsel
 
2te Kanutour Douro
Portugal
Juli/August 2018
   
Kanutour
Rio Zêzere/Tejo
Juli 2017

Kanutour
Rio Miño, Galicien
Juli 2016
Kanutour auf dem
Rio Guadiana, ES/P
August 2015
Spanien/Portugal
Río Alagón/Tejo
September 2014
Spanien
Ebro-Paddel-Tour
August 2013
Kanutour Douro
Portugal
August 2012
Tages-Touren in Portugal
Kanu-/Wandertour
Rio Minho
Juni/Juli 2018
NEU!
Kanu-/Wandertour
Rio Guadiana
Sep/Okt 2018
Kanu-/Wandertour
 Rio Lima/Peneda-Gerês
Portugal, Juni 2016

Kanu-/Wandertour
Rio Guadiana
Oktober 2016

Kanutour
Rio Vez, Lima, Cavado
Juni 2017
Spanien/Portugal
Kanutour: Rio Guadiana
OKT/NOV 2014
Weitere Kanu-Touren in:
Skandinavien, Polen, Baltikum, Slowakai, Kanada
Litauen, Aukštaitija NP,
Kurische Nehrung.

Kanu-/Kulturreise Juli 2015
 
  Finnland
Kanutour August 2011
 
Kanada-Paddeltour
 Juli/August 2008
Britisch Columbia, Yukon


 
Polen: Masuren
Paddel-/Radreise Juli 2011
  Paddeltour Schweden 
2004
  MV: Strelitzer Kleinseen
Paddeltou
Juli 2010

 
Kauntour Dunajec Juli 2012   Lappland-Paddel-Tour
2006
 
Schweden-Paddel-Tour
Juli 2007
 
Kanutour Juli Čierny Váh 2013   Lappland
Inari-See Kanutour
August 2006
  Deutschland
der Nordwesten
 
Polen
Ostseeküste/Masuren
August 2014
 
Finnland Kanu-Tour
Juli 2003