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Übersicht Tages-/Gepäcktouren

 
Infos zu Kanutouren auf der iberischen Halbinsel.
Infos zuletzt aktualisiert September 2020 , alle Angaben ohne Gewähr!
 
Kanutouren in Spanien, was zu beachten ist:

Wasser in Spanien ist knapp, daher besteht seit 1926 ein Ressourcenmanagement durch die einzelnen Wasserbehörden der Regionen.
Für alle Binnengewässer (Flüsse und Stauseen) in Spanien muss ein Antrag zur Befahrung gestellt werden.
Die Anträge können online heruntergeladen werden. Der Antrag wird i.d.R. auf dem Postweg, teilweise auch online an die jeweils zuständige Wasserbehörde gesendet (frühzeitig, 8-12 Wochen vorher, nicht per eMail oder Fax! Die Kosten dafür betragen mindestens 30€.
Für den Ebro war in der Vergangenheit ein kostenfreier Online-Antrag möglich.
 Das ist unumgänglich, da mit hohen Strafen gerechnet werden muss. (Kontrolliert wurde ich bisher allerdings noch nicht).
 In einigen Naturschutzgebieten ist das Paddeln ganz untersagt oder frühestens ab dem 01.August des Jahres erlaubt (Vogelbrut), das betrifft vor allem den Rio Alagon und Rio Tajo, aber auch weitere Flüsse. Es ist nicht möglich den Rio Tajo durchgängig zu bepaddeln, es besteht auf einigen kurzen Abschnitten ein ganzjähriges Kanuverbot! Bei einer langanhaltenden Trockenperiode besteht in den oberen Flussbereichen fast aller Flüsse die Gefahr, das der Fluss zu wenig Wasser zum Paddeln führt. Die Flussabschnitte direkt nach den Staudämmen, sind häufig auf Grund von Wassermangel oder anderen natürlichen Gegebenheiten (z.B. Verblockungen) nicht fahrbar.
Es gibt auf der iberischen Halbinsel keinen durchgängig befahrbaren Wildfluss mehr. Die Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts habe ganze Arbeit geleistet und sämtliche kleinen und großen Flüsse reguliert und mit zum Teil großen Staumauern versehen.
 Für den Ebro besteht noch eine zusätzliche Vorschrift, alle Boote müssen vor dem Einsetzen (Portagen an den Dämmen) speziell gereinigt werden, damit eine Wandermuschel nicht weiter verbreitet wird. Das geschieht z.T. an ausgewiesenen Desinfektionspunkten, zugegebenermaßen fielen die uns 2013 nicht auf.
Kanutransport/Dachlasten auf dem Fahrzeugdach: Die Dachlast auf dem Auto darf in Spanien maximal 15% ihrer Länge nach hinten überstehen und muss mit einer Warntafel versehen werden, nachts mit einer roten Abschlussleuchte! Beispiel: Wer ein 5,40m langes Seekajak auf dem Autodach transportieren möchte, darf es etwa 80cm überstehen lassen, somit muss das Fahrzeug mindestens 4,60m lang sein.

Eine weitere Option an eine Befahrungserlaubnis zu kommen, wäre die Mitgliedschaft in einem regionalen spanischen Kanuverband, z.B. dem FCMP (Federación Castellano-Manchega de Piragüismo)
http://www.fcmp.es/    
Es ist möglich sich per eMail anzumelden. Dazu muss ein Antrag mit den persönlichen Daten ausgefüllt, der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr im Voraus überwiesen werden und ein eingescanntes  Passfoto für den Mitgliedsausweis versendet werden. Das geht relativ einfach und ist schnell erledigt.
Der Jahresbeitrag liegt bei etwa 35 Euro. Die Genehmigungen für den Rio Tajo, Rio Guadiana und Rio Duero inkl. sämtlicher Nebenflüsse versendet der Verband dann automatisch mit der Bestätigung der Mitgliedschaft jährlich.

Auf Binnengewässern benötigen Kanus/Boote unter 2,50m Länge i.d.R. keine Genehmigung!

Spanische Wasserbehörden/Allgemeine Infos:

http://www.mapama.gob.es/es/ministerio/funciones-estructura/organizacion-organismos/organismos-publicos/confederaciones-hidrograficas/

Hier gibt es konkrete Informationen und Antragsformulare:
Die beziehen sich jeweils auf den Hauptfluss einschließlich Einzugsgebiet/Nebenflüsse
.
http://www.kayakspainguide.com/permisos-2/

Die Anträge wirken auf den ersten Blick sehr komplex, sind aber nicht wirklich umfangreich. Voraussetzung für eine Genehmigung ist z.T. eine Haftpflichtversicherung
die das Kanu einbezieht, i.d.R. die Privathaftpflicht (es reicht die Vers.Nr. einzutragen), Angabe des Streckenabschnitts/Stauseen und den Zeitraum, sowie persönliche Angaben.

Auf dieser Website werden differenzierte und aktuelle Zahlen zu den einzelnen Dämmen und
Flüssen eingestellt: https://www.embalses.net/ (Interessant vor allem die Füllstände)
 
Kanutouren in Portugal
 

Es wird keine Befahrungserlaubnis für Flüsse oder Seen benötigt!

Wasserstände portugiesischer Stauseen:
http://sir.dgadr.gov.pt/reservas

Tidenzeiten für Portugal
Hoch -und Niedrigwasserzeiten für den Douro, Guadiana, Tejo, Mondego usw.:
http://www.hidrografico.pt/index/en

Für den Rio Douro ist folgendes zu beachten:
Der Rio Douro ist von der spanischen Grenze (Barca de Alva) bis zur Mündung in Porto am Atlantik durch 5 Dämme/Schleusen aufgestaut.
Eine durchgängige Befahrung ist nur mit Schleusen oder Portagen (siehe Dourotour 2020) möglich
.
Die Schleusen sind für Kanuten nicht mehr kostenfrei!
 

 Folgender Ablauf ist vor der Befahrung einer Schleuse notwendig:
- auf dieser Website ist vorab eine Registrierung erforderlich: http://douro.apdl.pt/
- danach muss man sich intensiv mit der Website beschäftigen um alle Links zu finden!
- zuerst muss das Schiff (Kanu) registriert werden. Angabe der Länge, Breite usw. damit das Kanu im System ist und ein Zeitplan erstellt werden kann.
Kanus sind im System nicht vorgesehen, es wird registriert wie ein Schiff ;-)
  - erst nach der Kanuregistrierung kann der eigentliche Schleusenfahrplan erstellt werden.
Dieser Plan ist relativ umfangreich und bedarf einer Genauigkeit,
Schleusenzeiten, Fahrtrichtung, Start -und Zielort der Strecke usw.
Die möglichen Schleusenzeiten können ausgewählt werden bzw. gibt es z.T. vorgegebene Zeiten.
Vorrang haben Flusskreuzfahrtschiffe und die besetzen feste Zeiten, es bleiben aber genügend Optionen für Kanuten. Generell sollte zwischen den Schleusen ein großes Zeitfenster eingeplant werden. 

Die Kosten für das Schleusen sind direkt nach Abschluss der Eingaben per Kreditkarte oder Überweisung zu tätigen. Die Überweisung kann nur über MB (Multibanco, ein portugiesischer Bankenverbund erfolgen).
Kosten für ein Kanu pro Durchfahrt 6,80 € (Aug 2020)

Für Rückfragen steht der Verein der für den Wasserweg Douro zuständig ist zur Verfügung. suporte.ris@apdl.pt


Zusatzinfo: stand up boards werden nicht geschleust!
(Info von Hartmut S., der mit einem SUP im Mai 2018 auf dem Rio Douro unterwegs war)


An den Staudämmen auf der iberischen Halbinsel:

Das Ein -und Ausbooten in unmittelbarer Nähe von Dämmen ist in Spanien und Portugal aus Sicherheitsgründen untersagt! Bei starkem Wasserablass kann es gefährlich werden. Dort stehen auch Verbotsschilder die eindeutig sind! Das Ausbooten ist meistens noch an einer nahegelegenen Zufahrt für Bootstrailer möglich.
Unterhalb von Dämmen ist es z.T. durch steile Abstiege über unwegsames Gelände auch unmöglich einzusetzen. Bei einer längeren Gepäcktour einplanen, das Portagen von z.T. mehreren Kilometern (1-5 und mehr Kilometern) entstehen. An einigen Dämmen (Z.B. im Douro-Naturpark, eingebettet in sehr hohe Felswände), sind Portagen gar nicht möglich! Das Umtragen kann sehr anstrengend werden, z.T. geht es über Schotterpisten oder Pfade bergauf. Wir haben damit in der Vergangenheit Erfahrungen bei 35-39°C im Schatten sammeln dürfen. Das empfehle ich nur körperlich topfitten Menschen.

Allgemeines/Übernachten/Infrastruktur

In der Natur wild zu übernachten ist in Portugal und Spanien untersagt. In Portugal scheint es außerhalb der Touristengebiete für eine Nacht schon eher mal geduldet zu werden. In Spanien würde ich nur in nicht einsehbaren Ecken wild übernachten, wenn überhaupt (hohe Strafen!), besser kein Zelt aufbauen. Offenes Feuer sollte bei der extremen Brandgefahr grundsätzlich unterlassen werden, es ist strengstens verboten! Generell ist die Infrastruktur für Kanuten auf den Binnengewässern der iberischen Halbinsel mangelhaft, bzw. gar nicht vorhanden. Campingplätze sind an den Flüssen und Stauseen nur vereinzelt anzutreffen; eine Gepäcktour muss also gut geplant werden. Biwakplätze fand ich bisher nur am Rio Zezere und vereinzelt am Rio Douro in Portugal und am Startpunkt am Rio Alagon/Spanien vor. Ausgewiesene Umsetzmöglichkeiten an den vielen Staudämmen sind überhaupt nicht vorhanden!
Es muss insgesamt während einer Gepäcktour viel improvisiert werden. 
 

Für weitere Fragen stehe ich gerne per Mail zur Verfügung.
Sehr interessiert bin ich auch an Euren Kanu-Erfahrungen:

Wer auf der iberischen Halbinsel mit dem Kanu unterwegs war, darf mir gerne davon berichten.
Ich stelle interessante Infos/Erlebnisse gerne in meine Website ein.
Beispiele/eMails die ich erhielt:
Micha B. aus der Schweiz schrieb mir im Frühsommer 2016:
Trotz Aufforderung der Parkwächter, das Befahrungsverbot im Naturpark Tajo vom 1.1.-31.07. einzuhalten, setzte er das Kanu an anderer Stelle wieder ein und wurde dabei ertappt. Daraufhin musste er eine dreistellige Strafgebühr zahlen! Weiterhin musste er die Tour unterbrechen, weil sich eine giftige Wasserschlange über sein Stechpaddel ins Kanu schlängelte und ihn dann sofort biss. Die Tour unterbrach er mit einem Krankenhausaufenthalt.
M.G. aus Mainz schrieb mir im September 2015:
Die Strecke auf dem Guadiana zwischen Merida und Badajoz ist total verkrautet und zugewachsen und somit kaum paddelbar.
Frank W. schrieb mir im Juni 2018,
das er die Tour Rio Genil (Nebenfluss Guadalquivir) aufgrund umgestürzter Bäume und viel Schlamm durch vorangegangener Regenfälle abbrach.